Zum 50. Todestag Johannes Bobrowskis im Schloß Bellevue

Am 9. März dieses Jahres lud der Bundespräsident aus Anlass des 50. Todestages (2. September) von Johannes Bobrowski zu einem literarischen Abend ein. Unter den Anwesenden waren auch Mitglieder der litauischen Bobrowski-Gesellschaft in Vilyškiai, und als Vertreterin der russischen Bobrowski-Gesellschaft die Direktorin des Geschichtsmuseums in Sowetsk (ehem.Tilsit) Angelika Spiljova.

Im Verlaufe dieses Abends kam Bobrowski in Ton- und Filmaufnahmen zu Wort. In einer Gesprächsrunde erinnerten sich der Lyriker und Autor Uwe Kolbe, die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der Dramaturg und Vorsitzende der Johannes-Bobrowski-Gesellschaft Klaus Völker sowie der Verleger Klaus Wagenbach in einem von dem Literaturkritiker Helmut Böttiger moderierten Gespräch an persönliche Begegnungen mit Bobrowski und zeichneten ihre Perspektiven als faszinierte Bobrowski-Leser nach.

BPGauck_Bobrowski_50.Todestag

(links neben Bundespräsident Gauck Angelika Spiljova und rechts neben dem Bundespräsidenten der Vorsitzende der litauischen Bobrowski-Gesellschaft Mindaugas Kairys; Foto: privat)

Die Rede des Bundespräsidenten, der auch seit langem Bobrowski-Leser ist, sei für all jene beigefügt, denen Johannes Bobrowski noch nicht mehr als ein Name ist.  (PDF:  BPGauck-Bobrowski.)

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Vilkyškių Johaneso Bobrovskio vidurinė mokykla

Die Hauptstraße in Vilkyškiai trägt schon länger den Namen Johannes Bobrowskis, im Juni 2013 wurde die Dauerausstellung mit dem rekonstruierten Arbeitszimmer Bobrowskis im evangelischen Gemeindehaus eröffnet und im Mai 2014 wurde mit einem feierlichen Festakt die örtliche Mittelschule nach Johannes Bobrowski benannt.

einweihung_bobrowski_schule1

In einem Video sind wesentliche Stationen dieses Tages festgehalten

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Johannes Bobrowski – ZURÜCK IN VILKYŠKIAI

Am 21. Juli 2013 wurde in Vilkyškiai im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirche eine Dauerausstellung über Johannes Bobrowski eröffnet. Der 1917 in Tilsit geborene und 1965 in Berlin (Ost) gestorbene Lyriker und Erzähler ist an diesem Tag mit seinem Arbeitszimmer in die sein Werk prägende Landschaft seiner Kindheit und zu den Wurzeln seiner Religiosität zurückgekehrt.

Das nachgestellte Arbeitszimmer Bobrowskis in der Ausstellung   Foto von Nass

Zu den näheren Umstanden dieser Heimkehr ist ein ausführlicher Bericht in der Zeitschrift Globus erschienen (nachzulesen unter: http://www.vda-kultur.de/media/globus-pdfs/Globus_04_web.pdf).

Am 3. Februar dieses Jahres wurde dieser Beitrag auch von der „Baltischen Rundschau“ übernommen: http://baltische-rundschau.eu/2014/02/schaufenster-europa-die-johannes-bobrowski-ausstellung-in-litauen/.

 

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Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Litauen nimmt syrische Kriegsflüchtlinge auf

Am Mittwoch, den 26. Februar sind 40 syrische Kriegsflüchtlinge in Litauen eingetroffen. Mindaugas Sabutis, der Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche Litauens hat diese humanitäre Aktion initiiert. Das litauische Außenministerium hat für die notwendigen Visa gesorgt und den Transport der Bürgerkriegsflüchtlinge mit einer Militärmaschine nach Šiauliai übernommen. Dort wurden sie von dem Direktor der Diakonie der evangelisch-lutherischen Kirche Litauens, Mindaugas Kairys, in Empfang genommen und auf die Gemeinden der Kirche verteilt. Sie werden vorwiegend in Pfarrhäusern untergebracht. Für die kleine Minderheitenkirche mit nur ca. 20.000 Mitgliedern in 54 Gemeinden, die von 18 Pfarrern betreut werden, ist die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge eine gewaltige Aufgabe. Seit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1991 musste sich die evangelisch-lutherische Kirche Litauens neu finden, Kirchen und Pfarrhäuser, die während der sowjetischen Ära größtenteils zerstört und zweckentfremdet wurden, mussten und müssen noch wiederaufgebaut und renoviert werden. Mit viel Eigeninitiative und Unterstützung aus dem Ausland wurden funktionierende kirchliche Strukturen geschaffen. Eine Diakonie (Sandora) wurde gegründet, die in dem noch so jungen Staat  vielfältige und wichtige soziale Aufgaben (ein Mutter-Kind-Haus, ein Zentrum für Drogenabhängige, Waisenhäuser, Jugendbegegnungsstätten, Schülerbetreung etc.) übernimmt. Mit der Aufnahme der Bürgerkriegsflüchtlinge kommt zu alldem eine neue, nicht zu unterschätzende Aufgabe auf eine kleine Kirche, in einer immer noch auf Hilfe angewiesenen Aufbauphase, hinzu.
Wer helfen möchte, kann zumindest die ökonomischen Lasten mildern helfen und direkt auf das Konto der litauischen Diakonie eine Spende überweisen. Die Kontaktdaten sind auf folgender Webseite zu finden: http://www.ldiakonija.puslapiai.lt/?id=16.
Nähere Auskünfte erteilt gerne der Betreiber dieses Blogs.

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Anmerkungen zum diesjährigen Workshop in Litauen

Die Region, in der dieser Workshop stattfinden wird, das Memelland, ein Teil von Kleinlitauen (im Deutschen überwiegend Preußisch-Litauen, im 20. Jahrhundert vereinzelt Deutsch-Litauen, litauisch Mažoji Lietuva oder Prūsų Lietuva) genannt, ist durch die lange Zeit, in der Litauen eine Sowjetrepublik war, unserem Bewusstsein entrückt und findet nur zaghaft zurück. Obwohl es vielfältig mit unserer deutschen Geschichte – und nicht nur der jüngeren des 20. Jahrhunderts – verbunden ist. Eine der Denkwürdigkeiten dieser kulturell über Jahrhunderte deutsch geprägten Region ist es, dass sich in ihr die litauische Schriftsprache konstituieren konnte. Die meist zweisprachigen preußischen Litauer bezeichneten sich selbst als Lietuwininkai („Litauer“), selbst wenn sie Deutsche waren. Litauisch, die älteste noch gesprochene indoeuropäische Sprache, war in der wechselvollen Geschichte dieses Landes vielfach vom Aussterben bedroht, und dass sie heute als Sprache einer Nation lebendig ist, hat auch mit dieser ehemals mehrsprachigen und multiethnischen Region Memelland zu tun. Das Buch „Paradiesstraße“ der Dokumentarfilmerin Ulla Lachauer ist ein anrührendes und kluges Zeugnis dieser verschwindenden Kultur.

In etwa so groß wie Irland und ähnlich dünn besiedelt, ist Litauen ein Land der stillen Schönheit. Unspektakulär, der höchste „Berg“ ist in der Nähe von Vilnius und 294 m hoch. Stille, leicht hügelige und völlig unberührte Landstriche, waldig, mit sehr vielen Seen und Flüssen, hineingetupft die bäuerlichen Dörfer mit ihren kleinen Holzhäusern, prägen bis heute das Gesicht des Memelgebiets. Und die Litauer lieben ihre Natur. Es ist schön wie im Wald, sagen sie, wenn sie sich wohlfühlen.

Nemunas

Nemunas / Memel

In solch einer verwunschenen, abgelegenen Region ist das Überleben naturgemäß nicht leicht. Der kulturelle und wirtschaftliche Aufschwung findet in den wenigen städtischen Zentren (Vilnius, Kaunas, Klaipėda) statt.

Mit dem Kunststudio und ihrer regen Ausstellungstätigkeit im Vincas-Grybas-Museum haben Rasa Grybaitė und Gabija Viduolytė Jurbarkas in über 10jähriger mühevoller Aufbauarbeit das Memelgebiet ein wenig näher an die kulturellen Zentren Litauens gerückt. Mit dem Workshop soll ein Anfang gemacht werden, die Basis dieser unter schwierigen ökonomischen Bedingungen geleisteten Arbeit weiter zu verbessern. Die typisch westeuropäische Arroganz, der die Litauer leider immer noch allzu oft begegnen müssen, würde dies als „Entwicklungshilfe“ verstehen. Kooperation ist aber der weit bessere Begriff, denn der achtsame Besucher und Gast wird binnen kurzem merken, dass er mindestens soviel nimmt, als er zu geben vermag.

Eine Kultur kennen zu lernen, die aus anderen Quellen gespeist wird als die unsere, und da, wo sie aus gleichen Quellen schöpft, andere Mischungsverhältnisse entstehen, kann auch neue Wege für die eigene Kunst bedeuten. Gewiss ein Wagnis, aber die immer gleichen ausgetretenen Pfade zu beschreiten, führt zu einer Erschöpfungskunst, die wir hierzulande immer häufiger zu sehen bekommen.

Vier als Lehrende aktive und ausübende Künstlerinnen betreuen sowohl kunstliebende Amateure als auch professionell arbeitende Künstler. Fragen des künstlerischen Handwerks (was ich will, muss ich auch können) – in den beiden angebotenen Bereichen – haben dieselbe Bedeutung, wie Sinn und Form (was kann ich wollen?). 

ehem. Wohnhaus Grybas, Verwaltung + Ausstellung

Jurbarkas, ehem. Wohnhaus Grybas, Museumsverwaltung + Ausstellung

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Kunststudio im alten Park in Jurbarkas

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PowerPointPräsentation von Rasa über ihre Arbeit im Kunststudio

V. Grybas_Museum, Kunststudio

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27. Mai 2013 · 02:03

Workshop „Glasmalerei und Keramik“ in Litauen

Jurbarkas ist ein kleines litauisches Städtchen an der Nemunas (Memel). Im alten Park von Jurbarkas stehen die restaurierten Gebäude eines ehemals russischen Landgutes aus dem 18. Jahrhundert. Heute beherbergen sie zwei Museen und ein Touristeninformationszentrum für die Region. Die ehemalige Kapelle wird als Veranstaltungsstätte genutzt.

Drei der Gebäude, die ehemalige Verwaltung, die Schmiede und die Sauna, waren von 1928 bis 1941 die Wohn- und Arbeitsstätte des in Litauen berühmten Monumentalbildhauers Vincas Grybas. Heute sind in diesen Gebäuden das Vincas-Grybas-Gedächtnismuseum und ein Kunststudio untergebracht. Geleitet wird das Museum von der Enkelin des Bildhauers, Rasa Grybaitė und ihrer gleichaltrigen Kollegin Gabija Viduolytė. Die 1973 geborene Rasa Grybaitė ist eine bekannte litauische Glasmalerin (Masterabschluss an der Kunstakademie Vilnius), Gabija Viduolytė ist Museumspädagogin und Textilkünstlerin (ebenfalls von der Kunstakademie Vilnius). Neben ihrer Museums- und Ausstellungstätigkeit betreiben sie seit über 10 Jahren das dem Museum angeschlossene Kunststudio, in dem regelmäßig Workshops für Studenten, Kinder, Jugendliche und kunstinteressierte Erwachsene stattfinden.

Vom 2. bis 7. September 2013 wird in diesem Kunststudio ein Workshop für Glasmalerei und Keramik durchgeführt. Geleitet wird dieser Workshop von den beiden litauischen Künstlerinnen, von der deutschen Keramikerin Susanne Schumacher (Dozentin für Keramik an der Freien Kunstakademie Nürtingen) und der irischen, seit langem in Deutschland lebenden Keramikerin Corinna Smyth.

Die 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren so eine intensive Betreuung durch vier Dozentinnen. Neben der praktischen Arbeit in den Bereichen Keramik, Glasmalerei und möglichen Kombinationen ist es Ziel dieses Workshops, im Eintauchen in eine fremde Kultur eine neue Achtsamkeit für die eigenen Wege zu finden.

Ausflüge in die verwunschenen Landschaften entlang der Memel (Nemunas) und Exkurse zur litauischen Kultur ergänzen die praktische Arbeit.

Organisiert und betreut wird der Workshop von einem deutschsprachigen Litauenliebhaber.

Die Kurssprach in der Keramikgruppe ist Deutsch. Für die Gruppe Glasmalerei bei  Rasa Grybaitė ist Englisch erforderlich. Bei Bedarf wird jedoch übersetzt.

Optional ist vor Beginn des Kurses ein dreitägiger, geführter Aufenthalt in der faszinierenden Vielfalt der litauischen Hauptstadt Vilnius (UNESCO/Weltkulturerbe) möglich.

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27. Mai 2013 · 01:53